Franz Xaver Mayr fand eine enge Verbindung zwischen Verdauung und allgemeiner Gesundheit. Um diesen Fakt messbar zu machen, entwickelte er eine Kur, welche mithilfe der Säuberung des Darms den gesamten Organismus gewissermaßen „umstimmen“ sollte.

Die Mayr-Kur ist keine Diät zur Gewichtsreduktion. Viel mehr ist sie eine Methode, um das körperliche und auch seelische Wohlbefinden zu verbessern. Man geht davon aus, dass Schäden in der Verdauung krank machen und vorzeitig altern lassen. Deshalb liegt der Fokus der „Semmel-Milch-Diät“ auf der vollständigen Säuberung des Darms. Die Basis der Kur bilden vier Prinzipien: Schonung, Säuberung, Schulung und Substitution. Das Schonungs-Prinzip ist das umfassendste und beinhaltet den Verzicht auf belastende Lebensmittel (Alkohol, Süßigkeiten und stark fetthaltige Produkte). Die Schonungsphase hilft, den Körper zu entlasten und somit perfekt auf den weiteren Verlauf der Kur vorzubereiten. Die Säuberung wird mithilfe von abführenden Bittersalzen erreicht. Hierbei werden abgelagerte Rückstände aus dem Darm entfernt, um Gärungs- und Fäulnisprozessen im Verdauungssystem entgegenzuwirken. Der oft stark vorbelastete Darm kann sich mithilfe der konsequenten Entschlackung erholen. Die Schulung hilft, schlechte Essgewohnheiten nachhaltig zu verbessern. Um bewusstes Essen zu lernen, wird bei der Mayr-Kur jeder Speisebissen 50 Mal gekaut. Während der Kur wird der Körper mit lebensnotwendigen Nähr- und Vitaminstoffen versorgt. Diese Substitution stärkt den Körper und insbesondere die Verdauungsorgane.

Wie funktioniert die Kur?

Normalerweise beginnt die Kur mit einer Teefastenphase, die sich über sieben bis vierzehn Tage erstreckt. In dieser Zeit werden ausschließlich Wasser und verschiedene Kräutertees konsumiert. Mittags wird der Nahrungsplan meist um Gemüsebrühe erweitert. Im Anschluss folgt für zwei bis vier Wochen die eigentliche Semmel-Milch-Kur. Auf nüchternen Magen wird ein Teelöffel Bittersalz in 250 Millilitern warmen Wasser aufgelöst und getrunken. Zum Frühstück gibt es ein altes Brötchen aus Weizen oder Dinkelmehl, was gut gekaut werden soll. Dazu gibt es Löffelweise Milch, die das Brötchen weicher macht. Auch zum Mittagessen stehen Brötchen und Milch auf dem Speiseplan. Abends gibt es verschiedene Kräutertees, die nicht getrunken, sondern ebenfalls gelöffelt werden. Nach dieser Phase gibt es zur Wiedereingliederung leichte Kost mit gegartem Gemüse, Brötchen und Milch.

Obwohl die Darmreinigung und die lange Fastenzeit viel Disziplin und Willensstärke erfordern, eignet sich diese Diät sehr gut als Einstieg in ein gesünderes Leben und hilft, sowohl das Immunsystem als auch das Wohlbefinden erheblich zu verbessern.

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